Mühlhausen

Organist an Divi Blasii

Es war ein kurzes Gastspiel: Der 22-jährige Johann Sebastian Bach versuchte den einengenden Verhältnissen in Arnstadt zu entfliehen und wechselte 1707 nach Mühlhausen, das sanft zwischen den Höhenzügen des Hainichs und des Eichsfelds eingebettet ist.

Die mittelalterliche Reichsstadt mit elf gotischen Kirchen, einer geschlossenen, teilweise begehbaren Stadtmauer mit Wehrtürmen und Bürgerhäusern aus verschiedenen Epochen galt als ein Zentrum protestantischer Kirchenmusik. Nach seinem Orgelvorspiel am Ostersonntag 1707 folgte Bach seinen Vorgängern Johann Rudolf und Johann Georg Ahle nach und trat den Dienst als Organist an der dreischiffigen Divi Blasii Kirche an.


Die wesentlich höhere und für die damalige Zeit untypische Bezahlung mit 85 Gulden mag für Johann Sebastian Bach ein Grund gewesen sein, eine Familie zu gründen. Am 17. Oktober 1707 heiratete er in Dornheim bei Arnstadt seine Cousine zweiten Grades Maria Barbara Bach.


TIPP

Bach hören

Führung mit Klangbeispielen an der Bach-Orgel.

Divi Blasii Kirche, Foto: Thüringer Tourismus GmbH

Im Zuge eines Gastspiels vor den Weimarer Herzögen im Juni 1708 wurde Johann Sebastian Bach die Stelle als Hoforganist und Lakai mit einem Gehalt von 150 Gulden angeboten. Wegen der Verteuerung der Lebenshaltungskosten aufgrund eines Stadtbrandes im Mai 1707, der geringen Hoffnung auf eine neue Orgel und der Aussicht auf eine bessere finanzielle Situation, verließ Johann Sebastian Bach Mühlhausen bereits wieder im Juni 1708.


Titelbilder:
(1) Alte Kanzlei Mühlhausen, Foto: Clemens Bauerfeind, weimar GmbH
(2) Bach-Denkmal und Divi Blasii, Foto: Clemens Bauerfeind, weimar GmbH
(3) Marienkirche, Foto: Robert Elias Wachholz, weimar GmbH