Weimar

Hoforganist und Konzertmeister

Johann Sebastian Bach war gleich zwei Mal in seinen jungen Jahren am fürstlichen Hof in Weimar angestellt. Weilte er 1703 für nur sechs Monate als Lakai und Musiker der Kapelle des Herzogs Johann Ernst von Sachsen-Weimar, stieg er hier in den Jahren 1708 bis 1717 vom Kammermusiker und Hoforganist zum Konzertmeister auf.

Gemeinsam mit seiner schwangeren Frau Maria Barbara zog er in die unmittelbare Nähe seiner beiden Wirkungsstätten an den Markt 16. Hier wurden seine ersten sechs Kinder geboren, darunter seine berühmtesten Söhne: Wilhelm Friedemann und Carl Philipp Emanuel. Auch Bachs Schüler wurden dort unterrichtet, die von der pädagogischen Arbeit ihres Lehrers in höchsten Tönen schwärmten.


​​​​​​​Erstmals verfügte Bach über ein ausgebildetes Orchester. So entstanden über 30 Kantaten, Frühfassungen der „Brandenburgischen Konzerte“, ein Großteil seines Orgelwerkes, darunter das „Orgelbüchlein“ und Frühfassungen der Partiten für Violine Solo oder die „Englischen Suiten“. 1714 wurde er zum „Cammer-Musicus“ und „Concertmeister“ berufen und war damit ein gut bezahlter Musiker des Herzoghofs.


TIPP

Erlebnisort "Bach in Weimar"

Eine frei zugängliche Installation präsentiert in der Bastille Weimar Bachs Leben und Wirken.

Erlebnisort "Bach in Weimar", Foto: Thoma Müller, weimar GmbH

Seine Entlassung erbat Johann Sebastian Bach im Herbst 1717, um die wesentlich besser bezahlte und höhere Stelle eines Hofkapellmeisters bei Fürst Leopold von Anhalt-Köthen anzunehmen. Bereits im August hatte er ein Voraushonorar erhalten und stand somit in einem doppelten Dienstverhältnis. Herzog Wilhelm Ernst ließ Bach daraufhin in der Landrichterstube der Bastille am Stadtschloss einsperren. Einen Monat später erfolgte seine Entlassung „mit angezeigter Ungnade“, ohne für das letzte Quartal honoriert worden zu sein.


Titelbilder:
​​​​​​​(1) Konzert der Bach Biennale Weimar, Foto: Robert Elias Wachholz, weimar GmbH
​​​​​​​(2) Erlebnisort "Bach in Weimar", Foto: Thomas Müller, weimar GmbH
​​​​​​​(3) Stadtkirche St. Peter und Paul, Foto: Clemens Bauerfeind, weimar GmbH