Arnstadt nimmt unter den Thüringer Bachorten eine besondere Stellung ein. In keiner anderen Stadt sind so viele Originalschauplätze der Musikerfamilie Bach erhalten, deren Mitglieder bereits lange vor Johann Sebastian Bach als Stadtpfeifer, Spielmann, Organist, Komponist und Hofmusiker wirkten. Und in keiner anderen Bachstadt zeigte sich Johann Sebastian Bach rebellischer als hier.

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Tourist-Information Arnstadt

Markt 1
99310 Arnstadt

www.arnstadt.de


Als Johann Sebastian Bach in Arnstadt seine erste Organistenstelle antrat, hatte er die Lehrjahre bei seinem Bruder in Ohrdruf, einen zweijährigen Aufenthalt in Lüneburg und eine erste kurze Anstellung als Hofmusiker in Weimar hinter sich. Am 13. Juli 1703 prüfte er die Orgel in der Neuen Kirche (heutige Bachkirche) und überzeugte, sodass er nur wenige Wochen später die Bestallungsurkunde als Organist in der Tasche hatte.

In Arnstadt verliebte sich der junge Bach nicht nur in seine spätere Frau Maria Barbara, er leistet sich auch einige Eskapaden. So soll Bach mit einer „frembden Jungfer“ auf der Kirchenempore musiziert haben. Neben dem weiblichen Geschlecht wird der Arnstädter Rat vor allem an der Tatsache Anstoß genommen haben, dass Bach zwar gern mit anderen musizierte, die musikalische Arbeit mit seinen Chorschülern aber als unliebsame Pflicht ansah. Dadurch entwickelte sich ein weiterer Konflikt, für den er sich vor dem Konsistorium zu verantworten hatte. Nachdem Bach den Chorschüler Geyersbach als „Zippelfagottisten“ beleidigt hatte, wählte dieser eine handgreifliche Erwiderung und lauerte Bach auf, sodass es zu der in den Protokollen des Konsistoriums vermerkten Prügelszene kam.

Für eine Studienreise nach Lübeck nahm Bach vier Wochen Urlaub, blieb aber fast vier Monate. Während seiner Abwesenheit hatte er zwar für Ersatz gesorgt, doch nach der Rückkehr war Bachs Orgelspiel nicht mehr das gleiche. Es kam zu Beschwerden. Nicht zuletzt wegen dieser Streitigkeiten mit der Stadt wird Bach einige Zeit später die Gelegenheit ergriffen und sich auf die Nachfolge des namhaften Organisten Georg Friedrich Ahle in Mühlhausen beworben haben.

Kartenausschnitt Thüringen

 

 

 


Sehenswürdigkeiten

Bachdenkmal Arnstadt
Zu Bachs 300. Geburtstag erhielt Arnstadt ein eigenes Bachdenkmal. Statt dem ehrwürdigen Thomaskantor mit Lockenperücke saß dort ein junger Mann leger auf einem Meilenstein. Bildhauer Bernd Göbel wollte den jungen Bach so zeigen, wie er im Alter von 18 Jahren nach Arnstadt kam. Heute steht das Denkmal exemplarisch für Bachs Berufsjahre in Thüringen.

Adresse
Markt
99310 Arnstadt

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Bachkirche Arnstadt
Ein Stadtbrand im Jahr 1581 vernichtete die ursprüngliche Bonifatiuskirche. Auf ihren Grundmauern wurde 1683 die „Neue Kirche“ als barocker Saalbau errichtet. Zum 250. Geburtstag von Johann Sebastian Bach erhielt sie den Namen des Komponisten. Von 1699 bis 1703 baute Johann Friedrich Wender aus Mühlhausen eine Orgel für das Gotteshaus. Der 18-jährige Bach nahm das Instrument ab und wirkte hier bis 1707 als Organist.

Adresse
An der Neuen Kirche
99310 Arnstadt

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Schlossmuseum mit Bachausstellung
Ein Besuch im einstigen Wohnpalais der Fürsten von Schwarzburg-Sondershausen mutet wie eine Zeitreise in die Welt des Barock an. Bekannt ist das Museum für die einzigartige Puppenstadt „Mon plaisir“, das beeindruckende Porzellankabinett und das weltweit einmalige (in Restaurierung befindliche) Schmelzzimmer. Die Bachausstellung beherbergt den originalen zweimanualigen Spieltisch von Johann Friedrich Wender, an dem Johann Sebastian Bach spielte.

Adresse
Schlossplatz 1
99310 Arnstadt

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Neideckruine
Ab Mitte des 16. Jahrhunderts war das Renaissance­-Wasserschloss Neideck die Residenz der Grafen von Schwarzburg-­Arnstadt. Heute ist nur noch der Turm erhalten, der mit 65 Metern Höhe eine wunderbare Aussicht über Arnstadt und die nähere Umgebung bietet. Diesen Weitblick über die Stadt schätze bereits Caspar Bach der Ältere, der als Türmer zwischen 1620 und 1633 mit seiner Familie den Schlossturm bewohnte.

Adresse
Schlossgarten
99310 Arnstadt

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Bachhaus Arnstadt
Über 40 Jahre war das unscheinbare Haus in der Kohlgasse 7 im Besitz der Familie Bach. Es ist das einzige erhaltene Wohnhaus, in dem Johann Sebastian Bach ein- und ausging. Vielleicht wohnte er sogar einige Zeit in dem Gebäude. Von engagierten Bürgern vor dem Abriss gerettet, kann es heute besichtigt werden.

Adresse
Kohlgasse 7
99310 Arnstadt

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Liebfrauenkirche
Der Wirkungsort von Heinrich Bach, einem Großonkel von Johann Sebastian Bach, gilt neben dem Naumburger Dom als der bedeutendste spätromanisch-frühgotischen Sakralbau Thüringens. Neben Heinrich Bach versah ab 1728 auch Bachs Cousin Johann Ernst Bach das Organistenamt. Besonders sehenswert sind die Grabkapelle der Grafen von Schwarzburg-Arnstadt mit dem Epitaph von 1590 für Günther XLI. von Schwarzburg und seine Frau Katharina von Nassau-Dillenburg.

Adresse
An der Brunnenkunst 2
99310 Arnstadt

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Oberkirche
Zu Bachs Zeiten war die Oberkirche die Stadt- und Residenzkirche der Grafen von Schwarzburg-Sondershausen und somit auch das Gotteshaus des Arnstädter Superintendenten Johann Gottfried Olearius, dem Dienstvorgesetzten Johann Sebastian Bachs. Auch in der Oberkirche wirkten verschiedene Mitglieder der Bachfamilie als Organisten.

Adresse
Pfarrhof 16
99310 Arnstadt

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