Johann Sebastian Bach war zu Lebzeiten nicht nur als Cembalo- und Orgelvirtuose berühmt, er hatte auch einen exzellenten Ruf als Orgelsachverständiger. Von Lübeck bis Karlsbad und von Mühlhausen bis Dresden betraute man ihn mit zahlreichen und mitunter gut bezahlten Orgelgutachten.

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Residenzschloss Altenburg

Schloss 2-4
04600 Altenburg

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1739 wurde Johann Sebastian Bach in die Residenzstadt Altenburg eingeladen, um die Orgel der Schlosskirche zu prüfen. In vierjähriger Bauzeit war diese vom herzoglichen Hoforgelbauer Tobias Heinrich Gottfried Trost (um 1681–1759) erbaut worden. Durch ihre klangliche Schönheit und Vielfalt sowie ihren prächtigen Orgelprospekt gilt das Instrument als herausragendes Beispiel für die barocke Orgelbaukunst in Mitteldeutschland. Ihre Qualitäten wusste auch Johann Sebastian Bach sehr zu schätzen, der die Trost-Orgel kurz vor ihrer Einweihung Anfang September 1739 spielte. Offiziell abgenommen wurde die Orgel im Oktober 1739 durch den Gothaer Hofkapellmeister Gottfried Heinrich Stölzel. Bachs Spiel auf der Altenburger Orgel war wohl eine Art inoffizielle Abnahme, die eine freundschaftliche Verbundenheit mit Heinrich Gottfried Trost als Hintergrund hatte. Bis heute erinnert eine Gedenktafel an Bachs Aufenthalt in der Altenburger Schlosskirche.

Zwei bekannte Komponisten sind mit Bachs Namen in Altenburg eng verbunden. Johann Sebastian Bachs bekannter Schüler Johann Ludwig Krebs (1713–1780), den er in Leipzig von 1726 bis 1735 unterrichtete, amtierte als herzoglicher Hoforganist an der Trost-Orgel von 1756 bis zu seinem Tod. Johann Friedrich Agricola (1720–1774), in Dobitschen bei Altenburg geboren, studierte in Leipzig Jura und bei Johann Sebastian Bach Cembalo und Orgel. Unter dessen Leitung spielte er im „Collegio musico“. Agricola wurde vom preußischen König Friedrich II. zum Hofkomponisten und Hofkapellmeister ernannt und verfasste als hochangesehener Musikkritiker zusammen mit Carl Philipp Emanuel Bach die erste Bachbiographie.

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