Johann Sebastian Bach war gleich zwei Mal in seinen jungen Jahren am fürstlichen Hof in Weimar angestellt. Weilte er 1703 für nur sechs Monate in Weimar als Lakai und Musiker der Kapelle des Herzogs Johann Ernst von Sachsen-Weimar, stieg er hier in den Jahren 1708 bis 1717 vom Kammermusiker und Hoforganist zum Konzertmeister auf.

Kontakt

Tourist Information Weimar

Markt 10
99423 Weimar

www.weimar.de


Gemeinsam mit seiner schwangeren Frau Maria Barbara und deren Schwester Friedelana Margaretha zog er in die unmittelbare Nähe seiner beiden Wirkungsstätten an den Markt 16. Hier wurden seine ersten sechs Kinder geboren, darunter seine berühmtesten Söhne: Wilhelm Friedemann (1710) und Carl Philipp Emanuel (1714). Auch Bachs Schüler wurden dort unterrichtet, die von der pädagogischen Arbeit ihres Lehrers in höchsten Tönen schwärmten. Erstmals verfügte er über ein ausgebildetes Orchester. So entstanden über 30 Kantaten, Frühfassungen der „Brandenburgischen Konzerte“, ein Großteil seines bereits in Arnstadt begonnenen Orgelwerkes, darunter das „Orgelbüchlein“ und Frühfassungen der Partiten für Violine Solo oder die „Englischen Suiten“, die nur in Abschriften überliefert sind. 1714 wurde Johann Sebastian Bach zum „Cammer-Musicus“ und „Concertmeister“ berufen und war damit ein gut bezahlter Musiker des Herzoghofs. Seine Entlassung erbat Johann Sebastian Bach im Herbst 1717, um die wesentlich besser bezahlte und höhere Stelle eines Hofkapellmeisters bei Fürst Leopold von Anhalt-Köthen anzunehmen. Bereits im August hatte er ein Voraushonorar erhalten und stand somit in einem doppelten Dienstverhältnis. Herzog Wilhelm Ernst ließ Bach daraufhin in der Landrichterstube der Bastille am Stadtschloss einsperren. Einen Monat später erfolgte seine Entlassung „mit angezeigter Ungnade“, ohne für das letzte Quartal honoriert worden zu sein.

Kartenausschnitt Thüringen


Sehenswürdigkeiten

Bastille (neben Stadtschloss)
Das Ensemble Bastille, bestehend aus Torhaus, Schlossturm und Hofdamenhaus, hat als einziger Teil des Weimarer Schlosses alle Brände in Mittelalter und Neuzeit überdauert. In der dortigen Landrichterstube war Johann Sebastian Bach vom 6. November bis 2. Dezember 1717 eingesperrt, nachdem er den Weimarer Hof unter Druck gesetzt hatte, sein Anstellungsverhältnis zu kündigen.

Adresse
Schlossplatz
99423 Weimar

Mehr

Ehemaliges Bach-Haus (Gedenktafel)
Das Haus, das Johann Sebastian Bach zehn Jahre bewohnte, wurde im 19. Jahrhundert Teil des Hotels „Erbprinz“. Berühmte Komponisten wie Franz Liszt oder Richard Wagner nahmen hier Quartier. Bei einem Luftangriff 1945 wurde das Haus bis auf das unterirdisch gelegene Renaissance-Kellergewölbe völlig zerstört und 1989/1990 vollends abgerissen. Heute befindet sich der Parkplatz des benachbarten Hotels „Elephant“ an der Stelle.

Adresse
Markt 16
99423 Weimar

Mehr

Bachdenkmal Weimar
Unweit des Bach-Wohnhauses erinnert eine Bronzebüste des Leipziger Bildhauers Bruno Eyermann an den Komponisten, die anlässlich Bachs 200. Geburtstags aufgestellt wurde. Zunächst stand die Bachbüste an der ehemaligen Schlosskapelle, später in der Staatlichen Kunstsammlung. Im Jubiläumsjahr 1985 wurde die Büste auf dem Platz der Demokratie platziert, schräg gegenüber von Bachs ehemaligem Wohnhaus.

Adresse
Gegenüber Markt 16
99423 Weimar

Mehr

Stadtkirche St. Peter und Paul
In der spätgotischen Stadtkirche St. Peter und Paul wurden vier der sechs in Weimar geborenen Kinder Johann Sebastian Bachs getauft. Der originale Taufstein und der von Lucas Cranach dem Älteren begonnene und von Lucas Cranach dem Jüngeren vollendete Flügelaltar als Hauptzeugnis der sächsisch-thüringischen Kunst des 16. Jahrhunderts machen die Kirche zu einem bedeutenden historischen Zeugnis. Auf der Kanzel predigte Luther.

Adresse
Herderplatz 8
99423 Weimar

Mehr

Stadtkirche St. Peter und Paul
Johann Sebastian Bachs Freund und entfernter Vetter Johann Gottfried Walther (1684–1748) war seit 1707 Stadtorganist von Weimar und bespielte somit auch die malerisch gelegene Jakobskirche. Sein barocker Doppelgrabstein liegt an der Südseite der Jakobskirche. Am 6. November 1713 wurde die neue Jakobskirche eingeweiht. Bach musizierte in seiner Funktion als Hofkapellmusiker aus diesem Anlass im Gottesdienst.

Adresse
Am Jakobskirchhof 4
99423 Weimar

Mehr