Bach-Familie Weimar

Berühmte Musikersöhne

Im Bachschen Haushalt muss es sehr lebendig zugegangen sein. Es wurde viel musiziert, vier der Söhne Johann Sebastian Bachs wurden selbst bekannte Musiker. Zweimal verheiratet hatte Bach zwanzig Kinder, doch nur zehn davon erreichten das Erwachsenenalter. 1707 heiratete Bach seine Cousine zweiten Grades in der Dornheimer Traukirche St. Bartholomäus. Der gemeinsamen Ehe mit der musikalisch begabten Maria Barbara entstammten sieben Kinder, sechs davon wurden in Weimar im Haus am Markt 16 geboren und in der Herderkirche getauft, darunter seine bekanntesten Söhne: Wilhelm Friedemann und Carl Philipp Emanuel.

Es war die Zeit des beginnenden Aufklärungszeitalters. 1710 und 1714 geboren, 1784 und 1788 verstorben, reicht die Spanne ihres Lebens vom Hochbarock bis zu den ersten Höhepunkten der sogenannten Klassik. Die Musik des einen wird als Inbegriff barocker Kunstfertigkeit verstanden, der andere gilt als Hauptvertreter der sogenannten Empfindsamkeit und des galanten Stils.


Zugleich war Wilhelm Friedemann ein emphatischer Vertreter der Moderne, so bilden seine sechs Flötenduette F. 54–59 eine einzigartige Synthese aus kontrapunktischem und harmonischem Reichtum. Die Werke des ältesten Bachsohns galten lange Zeit als verschollen. Sein Amt als Musikdirektor und Organist in Halle brachte ihm den Beinamen „Hallescher Bach“ ein.

Carl Philipp Emanuel Bach reformierte die musikalische Sprache des 18. Jahrhunderts nachhaltig. Der als „Berliner“ oder „Hamburger“ bekannte Bach war damit maßgeblicher Wegbereiter für die Musik Mozarts, Beethovens und Haydns. Als Instrumentalist war er, dessen Patenonkel übrigens Georg Philipp Telemann war, ein Ausnahmetalent. Er komponierte neben zahlreichen geistlichen Oratorien eine große Anzahl kammermusikalischer Werke für die Instrumente des 18. Jahrhunderts, darunter den Hammerflügel als neues Instrument dieser Zeit, für den er allein 150 Sonaten komponierte. Er wirkte knapp 30 Jahre als Konzertcembalist am Hof Friedrich II. von Preußen, danach als Kantor für die fünf Hauptkirchen in Hamburg. Seine Berühmtheit stellte die seines Vaters weit in den Schatten.

Bachs weiterer in Weimar geborener Sohn Johann Gottfried Bernhard wurde Organist in Mühlhausen und Sonderhausen. Er verstarb bereits mit 24 Jahren, Kompositionen sind von ihm nicht überliefert. Bis auf Bachs Erstgeborene Catharina Dorothea, die lebenslang im Leipziger Haushalt der Familie Bach wohnte, überlebten die weiteren Kinder aus der Ehe mit Maria Barbara nicht. Der nach Bachs älterem Bruder benannte Johann Christoph Bach und seine Zwillingsschwester Maria Sophia starben noch am selben Tag ihrer Geburt 1713. Der jüngste Sohn Leopold Augustus wurde in Köthen geboren, nachdem Bach ein Jahr zuvor seine Anstellung in Weimar aufgegeben hatte. Er wurde nicht einmal ein Jahr alt. Auch Maria Barbara starb bereits mit 36 Jahren überraschend 1720, als ihr Mann sich im Gefolge seines Dienstherrn, des Fürsten Leopold von Anhalt-Köthen, in Karlsbad aufhielt.

 

Die Kinder von Johann Sebastian Bach mit Maria Barbara (1684–1720)  

Catharina Dorothea (28. Dezember 1708–14. Januar 1774)
Wilhelm Friedemann (22. November 1710–1. Juli 1784)
Johann Christoph (23. Februar 1713–23. Februar 1713)
Maria Sophia (23. Februar 1713–15. März 1713)
Carl Philipp Emanuel (8. März 1714–14. Dezember 1788)
Johann Gottfried Bernhard (11. Mai 1715–27. Mai 1739)
Leopold Augustus (15. November 1718–29. September 1719)